Foto-Stacking und wann wendet man es an?

Jeder der sich gern schöne Fotos ansieht, kennt diese Fotos aus der Makrofotografie mit den Facettenaugen von Insekten, durchgängig scharfe Bilder bis ins letzte Detail. Diese Fotos sind aber nicht einfach nur scharfe Makros.

Wie bekommt man solche Fotos nun erstellt?

Im Grunde ist es ganz simpel. Zunächst sollte man die Kamera auf ein Stativ stabil positionieren und das zu fotografierende Motiv im Sucher ausrichten. Unterstützt die Kamera Live View, was die meisten heutzutage können, dann richtet man es über das Display aus. Das ist leichter und praktikabler für den ganzen Vorgang.

Hat man dies nun alles so weit, dass man das Motiv in der gewünschten Ausrichtung sieht, kann es losgehen. Nun fokussiert man das Motiv am besten oben links an und macht das erste Foto. Danach verschiebt man den Fokuspunkt nach rechts so weit, dass sich die Fokuspunkte immer leicht überlagern. Und so zieht sich der Vorgang über das ganze Motiv. Ganz rechts angekommen verschiebt man den Fokuspunkt nach unten und fotografiert die nächste Reihe. Das ganze machen wir so oft bis das ganze Motiv fotografiert ist, nach jedem Foto wird der Fokuspunkt verschoben.

Bei meinen Produktfotos besteht zum Schluss das fertige Ergebnis aus bis zu 30 Fotos, jedes mit einem anderen Fokuspunkt. Je enger die Fokuspunkte beieinander liegen und sich überlappen, desto mehr Schärfe bekommt man in sein Bild. Aber Achtung, auch hier gilt “viel hilft nicht viel”.

Ich verschiebe meinen Fokuspunkt praktischerweise mit Blick auf mein Display. Und jedes mal wenn ich den Fokuspunkt verschiebe, drücke ich drei oder maximal vier Klicks in die Richtung wo ich hin will. Man kann den Fokuspunkt nun auch jedes mal nur einen Klick verschieben, wenn man mag. Aber dann liegen die Fokuspunkte so nah nebeneinander, dass man schon keinen wirkungsvollen Effekt mehr erzielt. Man macht sich dann wirklich nur sehr viel mehr Arbeit ohne besseres Ergebnis.

Anschließend müssen die Bilder noch übereinander gerechnet werden. Dies macht man am besten wie in meinem Fall mit Affinity Photo oder ähnlichen Programmen. Photoshop kann das sicher auch. Da ich damit nicht arbeite kann ich das nicht mit Sicherheit sagen.

In Affinity Photo ist das ganze sehr einfach eingerichtet. Ein Klick auf “Datei” und dann wählt man einfach im Menü “Neue Fokuskombination” und im darauf erscheinenden Dialog “die Fotos auswählen” und “OK”. Schon werden die einzelnen Bilder zusammen gerechnet. Je nach Größe und Anzahl der einzelnen Fotos kann der Vorgang etwas dauern. Man kann die Fotos vorher noch als .jbg abspeichern, oder aber auch direkt die RAW Fotos zusammenrechnen lassen.

Nachdem das abgeschlossen ist, wird das Foto noch etwas bearbeitet und exportiert. Hat man nun alles richtig gemacht, bekommt man ein durchgängig scharfes Motiv über das ganze Foto.

Wo liegen die Nachteile?

Einmal davon abgesehen, dass diese Methode sehr viel mehr Arbeit macht als die klassische Makrofotografie, sind es aber die Ergebnisse die man anders kaum besser machen könnte. Aber, es funktioniert eben nur dann, wenn sich das Motiv nicht bewegt. Sonst bekommt man unangenehme Überlagerungen in sein Bild, ja es sieht dann aus wie stark verwackelt.

Das heißt in der freien Natur kann man solche Bilder nur machen, wenn es windstill ist oder das Motiv in einer geschützten Umgebung steht, wie zwischen Wurzeln z.B. oder man kann es auch fixieren.  Will man solche Wahnsinns-Facettenaugen fotografieren, muss das Objekt der Begierde, nun eben gezwungenermaßen inaktiv sein.

Die beiden Bilder sind Panoramas einer Landschaft in Mecklenburg bei Sonnenaufgang. Jedes Foto besteht aus 12 Einzelaufnahmen die Zusammen gerechnet wurden, also gestackt. So habe ich eine durchgehend scharfe Landschaft bekommen. Bei Makroaufnahmen ergibt das natürlich noch beeindruckendere Bilder. Je nach Motiv verwende ich aber auch mehr Einzelbilder. Die Landschaft habe ich mit einem Superweitwinkel fotografiert. Da haben weniger Bilder ausgereicht.

Das ganze kann sehr aufwendig werden. Aber es lässt sich auch sehr vielseitig einsetzen. Für so manches Naturfoto habe ich dies schon verwendet.

Glaskugel im Baum

Bei diesem Foto habe ich an der Glaskugel angefangen den Fokuspunkt zu verschieben. Fotografiert mit dem KIT-Objektiv 24-105 mm wurde dieses Foto aus 32 Einzelbildern erstellt. Man sieht wirklich jeden Span am Baum. An der Glaskugel sieht es schon fast zu scharf aus.

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